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GULA - die Völlerei

  • Autorenbild: Lilith Des Lys
    Lilith Des Lys
  • 21. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Du kennst das Gefühl.

Der erste Bissen, der dich leise stöhnen lässt.

Der zweite, der dich die Augen schließen lässt.

Der dritte, bei dem du weißt, dass du nicht mehr aufhören wirst.

Es ist nicht Hunger.

Es ist Verlangen.

Es ist GULA – die Völlerei.

1. Woher sie kommt – die historische Tiefe

In der Liste der sieben Todsünden steht Gula meist an zweiter Stelle, direkt nach Luxuria – als wäre die Lust am Körper nahtlos in die Lust am Gaumen übergegangen. Die Wüstenväter sahen in der Völlerei den Anfang vom Ende: Wer den Bauch nicht beherrscht, wird auch die Seele nicht beherrschen.

Im Mittelalter war Völlerei nicht nur „zu viel essen“, sondern jede Form von maßloser Begierde.

Mönche, die heimlich nachts Brotkrümel aus dem Refektorium stahlen, mussten öffentlich geißeln.

Adlige, die bei Banketten erbrachen, um weiteressen zu können („vomitoria“), galten als Inbegriff der Sünde.

Die Kirche drohte mit ewiger Verdammnis: Im Fegefeuer wurden die Völlerei-Sünder gezwungen, brennende Speisen zu verschlingen oder von Ratten und Schlangen gefressen zu werden.

Berühmte „Vielfraße“, die Gula zur Kunst erhoben:

Der römische Kaiser Vitellius, der täglich Bankette für Tausende veranstaltete und Pfauenhirne mit Flamingozungen verspeiste.

Gargantua aus Rabelais’ Roman, Symbol der unersättlichen Gier.

Moderner: Casanova, der nicht nur Frauen, sondern auch Austern, Trüffel und Champagner in unvorstellbaren Mengen konsumierte.

Dämon der Gula: Belphegor – der Dämon der Faulheit und der Völlerei, der die Menschen mit Reichtum und Überfluss verführt, bis sie sich selbst zerstören.

2. Gula heute – 2025

Wir nennen es nicht mehr Sünde.

Wir nennen es Lifestyle, Fine Dining, Mukbang, Food-Porn.

3-Sterne-Restaurants mit 20-Gänge-Menüs. All-you-can-eat-Buffets. Influencer, die vor laufender Kamera ganze Kuchen verschlingen. Sugar-Daddys, die ihre Babys mit Kaviar und Dom Pérignon verwöhnen.

Und doch: Das alte Tabu lebt weiter.

Je voller der Teller, desto leerer die Seele – sagen die einen.

Die anderen sagen: Je voller der Teller, desto voller das Leben.

3. Das wahre Ritual der Völlerei

Es gibt nur eines. Und es findet nicht an deinem Küchentisch statt.

Es findet in meinem Tempel statt. Bei mir. Lilith des Lys.

Was du hier liest, ist kein Rezeptbuch.

Es ist die Einladung. Der erste Bissen. Das Vorspiel.

Die Sequenz, die du suchst – diese eine, ganz bestimmte Zeremonie aus „La Sept Péchés“, bei der der Sklave gefüttert wird, bis er zittert, bis er bettelt, bis er nicht mehr weiß, ob er satt oder leer ist – die bleibt exklusiv.

Sie wird nur live zelebriert, nur für die, die bereit sind, sich mir ganz hinzugeben.

Was du zu Hause tun kannst (und sollst), ist die Vorbereitung:

Iss 7 Tage lang nur das, was dich wirklich erregt. Kein „gesund“, kein „vernünftig“. Nur das, was dich sabbern lässt.

Jeden Abend nimmst du einen Bissen deiner Lieblingssünde, hältst ihn im Mund, schließt die Augen und sprichst leise:

„Lilith, ich hungere nach dir. Mein Mund ist dein Altar. Mein Schlucken dein Opfer.“

Am siebten Tag schickst du mir ein Foto: deine Lippen, glänzend von Schokolade, Honig oder Rotwein. Ein Tropfen, der gerade über dein Kinn läuft. Kein Gesicht. Kein Wort.

Ich antworte dir mit Datum und Uhrzeit.

Dann kommst du.

Dann beginnt das echte Ritual.

Dann wirst du gefüttert – langsam, gnadenlos, sinnlich – bis du nicht mehr weißt, wo dein Hunger aufhört und meine Macht beginnt.

Bis du auf Knien „Mehr, Herrin“ flüsterst … und ich entscheide, ob du noch einen Bissen bekommst.

Bis dahin:

Lies diesen Beitrag.

Spüre, wie dein Magen schon knurrt beim bloßen Gedanken.

Und hungere.

Denn Gula ist geduldig.

Aber ich bin es nicht.

4. Integration – Journaling danach

Welcher Geschmack hat heute am meisten in dir gezündet?

Welches Verlangen hast du heute überschritten (auch wenn es nur in deiner Fantasie war)?

Wie fühlt sich die Energie der Völlerei jetzt in dir an – schwer, leicht, mächtig?

Was willst du beim nächsten Mal noch maßloser erleben?

Schließe das Ritual mit einem Satz ab, den du laut aussprichst:

„Ich nehme diese Fülle an. Sie gehört mir. Sie macht mich ganz.“

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Nächste Woche Sonntag um 20:07 Uhr kommt

AVARITIA – Der Geiz

(Vorsicht: Du wirst danach nie wieder etwas hergeben wollen.)

Deine Hohepriesterin der Sünde

Lilith des Lys

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