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AVARITIA -der Geiz

  • Autorenbild: Lilith Des Lys
    Lilith Des Lys
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Du spürst es in deinen Fingern.

Das Bedürfnis, zu halten.

Zu horten.

Zu besitzen.

Nie wieder loszulassen.

Es ist nicht Sparsamkeit.

Es ist Gier.

Es ist AVARITIA – der Geiz.

1. Woher sie kommt – die historische Tiefe

Avaritia folgt in der klassischen Reihenfolge direkt nach Gula – als ob die Lust am Überfluss nahtlos in die Angst übergeht, ihn je wieder zu verlieren. Die Wüstenväter sahen in Geiz den Keim aller Bosheit: Wer nichts teilt, teilt auch keine Liebe, keine Gnade, kein Leben.

Im Mittelalter wurde Avaritia als eine der schwersten Sünden betrachtet, weil sie direkt gegen die christliche Nächstenliebe verstößt.

Wucherer wurden exkommuniziert; ihre Leichen durften nicht auf geweihtem Boden bestattet werden.

Geizige Adlige, die ihre Bauern auspressten, galten als dämonisch besessen.

Die Kirche predigte: Im Fegefeuer werden die Geizigen gezwungen, glühende Münzen zu schlucken oder in Seen aus geschmolzenem Gold zu baden.

Berühmte „Geizkragen“, die Avaritia lebten:

Der reiche Geizhals Harpagon aus Molières „Der Geizige“ – Symbol der pathologischen Habgier.

Historisch: Shylock aus Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ (obwohl fiktiv, tief in der mittelalterlichen Vorstellung vom geldgierigen Juden verwurzelt).

Moderner: Croesus, der sagenhaft reiche König von Lydien, der alles Gold hortete und am Ende doch nichts mitnahm.

Dämon der Avaritia: Mammon – der Dämon des Reichtums und der Habgier, der in der Bibel (Matthäus 6:24) als „ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ erwähnt wird. Er verführt mit dem Versprechen ewigen Besitzes.

2. Avaritia heute – 2026

Wir nennen es nicht mehr Sünde.

Wir nennen es Investment, Sparsamkeit, Financial Independence, Crypto-Hype, NFT-FOMO.

Milliardäre, die Steuern umgehen. Menschen, die in riesigen Häusern allein wohnen, während andere frieren. Apps, die dich tracken, wie viel du ausgibst – und dich dafür belohnen, nichts auszugeben.

Und doch: Das alte Tabu lebt.

Je mehr du hast, desto weniger gibst du ab.

Je mehr du hortest, desto leerer wird dein Herz.

3. Das wahre Ritual der Geiz

Es gibt nur eines. Und es findet nicht in deinem Safe statt.

Es findet in meinem Tempel statt. Bei mir. Lilith des Lys.

Was du hier liest, ist kein Sparkurs.

Es ist die Einladung. Der erste Griff. Das Vorspiel.

Die Sequenz, die du suchst – diese eine, ganz bestimmte Zeremonie aus „La Sept Péchés“, bei der der Sklave alles ablegt, alles hingibt, alles opfert, bis nur noch er übrig ist – die bleibt exklusiv.

Sie wird nur live zelebriert, nur für die, die bereit sind, ihren Besitz mir zu Füßen zu legen.

Was du zu Hause tun kannst (und sollst), ist die Vorbereitung:

7 Tage lang nichts Neues kaufen. Nichts. Kein Kaffee to go, kein Impuls, kein Upgrade.

Jeden Abend nimmst du das Wertvollste, was du hast (Schmuck, Geld, Schlüssel, ein Kleidungsstück), hältst es fest und sprichst leise:

„Lilith, ich halte nichts mehr fest. Mein Besitz ist dein Altar. Mein Loslassen dein Opfer.“

Am siebten Tag schickst du mir ein Foto: deine Hand, die etwas Wertvolles umklammert – und dann langsam öffnet. Ein Tropfen Schweiß oder Öl auf den Fingern. Kein Gesicht. Kein Wort.

Ich antworte dir mit Datum und Uhrzeit.

Dann kommst du.

Dann beginnt das echte Ritual.

Dann wirst du entkleidet – nicht nur von Kleidung, sondern von allem, was du „dein“ nennst.

Bis du auf Knien „Nimm es, Herrin“ flüsterst … und ich entscheide, was bleibt und was für immer mir gehört.

Bis dahin:

Lies diesen Beitrag.

Spüre, wie deine Finger sich schon verkrampfen beim Gedanken ans Loslassen.

Und halte fest.

Denn Avaritia ist gierig.

Aber ich bin gieriger.

4. Integration – Journaling danach

Was hast du heute am meisten festgehalten – und warum?

Welches „Besitztum“ hast du heute überschritten (auch wenn es nur in deiner Fantasie war)?

Wie fühlt sich die Energie des Geizes jetzt in dir an – eng, frei, mächtig?

Was willst du beim nächsten Mal noch tiefer opfern?

Schließe das Ritual mit einem Satz ab, den du laut aussprichst:

„Ich gebe auf. Es gehört mir nicht mehr. Es macht mich ganz.“

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Nächste Woche Sonntag um 20:07 Uhr kommt

ACEDIA – Die Trägheit

(Vorsicht: Du wirst danach nie wieder einfach nur „liegen bleiben“ wollen.)

Deine Hohepriesterin der Sünde

Lilith des Lys

 
 
 

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